AUS UND VORBEI. RIESEN-SCHWEINESTALL KOMMT NICHT
Das Projekt "Schweinefabrik in Gralla" ist Geschichte. Kürzlich hat die Projektbetreiberin, die PIG-Ferkel GmbH (ein Tierarzt und vier Landwirte) das Ende ihres Vorhabens bekannt gegeben. "Wir geben auf!", heißt es unter anderem in einer Aussendung.
Geplant war ein Mega-Schweinestall mit mehr als 2000 Muttersauen, die 50.000 - 60.000 Ferkel im Jahr produzieren sollten, mitten in der sensiblen Aulandschaft von Gralla; mitten im Landschaftsschutzgebiet, nahe eines Naturschutzgebietes, im Nahbereich von Trinkwasserbrunnen für mehr als 100.000 Menschen und im Hochwasserabflussgebiet.
Sofort nach Bekanntwerden des Projektes, Ende 2008, wurde im Gemeinderat von Gralla über Antrag von Bürgermeister Hubert Isker der einstimmige Beschluss gefasst, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um dieses Vorhaben abzuwenden. Vertreten durch den renommierten Rechtsanwalt Dr. Hans Kortschak, Leibnitz, hat man bei der UVP-Behörde einen Abweisungsantrag gestellt, der durch ein Verwaltungsgerichtshof-Erkenntnis (Hochwasserabflussgebiet) und zwischenzeitlich durch ein Amtssachverständigengutachten in Bezug auf den Landschaftsschutz bestärkt wurde.
"Der rechtliche Teil war die eine Schiene, die andere war eine breite Öffentlichkeitsarbeit, weshalb ich auch eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen habe", so Bgm. Isker. Diese Bürgerinitiative kann auf mehr als 3000 Unterstützer zurückgreifen. Auch wurde eine "Plattform gegen Tierfabriken" gegründet, der sich auch zahlreiche Tierschutzorganisationen angeschlossen haben.
Das alles und die nunmehr gegebene Aussichtslosigkeit, dieses Projekt verwirklichen zu können, dürfte die Betreibergesellschaft jetzt dazu bewogen haben, das Handtuch zu werfen.
Bürgermeister Hubert Isker abschließend dazu:
"Ich möchte mich bei allen, die - in welcher Form auch immer - mitgewirkt haben, dieses Vorhaben abzuwenden, herzlich bedanken. Ich denke da vor allem an unsere Gemeinderäte, an die Nachbargemeinde Ragnitz mit Bgm. Rudolf Rauch, an die Bürgerinitiative mit Sprecher Dir. Walter Ultes, an die Werbeagentur Hartinger, an Rechtsanwalt Dr. Hans Kortschak, an Umweltanwältin Mag. Ute Pöllinger, an NRAbg. Josef Muchitsch, an die zahlreichen Tierschutzorganisationen und an tausende Unterstützer aus der Bevölkerung.
Wir können jetzt aufatmen. Es ist uns gemeinsam gelungen, einen Sieg für Mensch, Tier und Natur zu erreichen. Die Lebensqualität in unserer Region zu erhalten - für uns und für nächste Generationen; das war mein Ziel und meine Aufgabe. DANKE an alle!"
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