RIESEN-SCHWEINESTALL: BÜRER-INFO ABGESAGT
Bekanntlich wurde eine erste Projektvorstellung Ende November nach nur wenigen Minuten abgebrochen. Zu groß war der Unmut von hunderten Interessierten. Die Räumlichkeit in einem Heurigen bot lediglich für rund 60 Personen Platz. Man fühlte sich verständlicherweise ausgesperrt.
Noch an Ort und Stelle wurde damals von Bürgermeister Hubert Isker (Gemeinde Gralla) die kostenlose Benützung der Mehrzweckhalle für einen neuerlichen Info-Abend angeboten. Hier hätten 700 Interessierte die Möglichkeit dabei zu sein. Von den Betreibern wurde zugesagt, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Jedoch wurden alle fünf (!), seitens der Gemeinde Gralla vorgeschlagenen Termine, ausgeschlagen. Begründung: Weihnachten und Jahreswechsel. Stattdessen wurde in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ ein Seminarraum im Jugend- und Familiengästehaus in Leibnitz gebucht. Dieser war erwartungsgemäß für den beabsichtigen Zweck ebenfalls viel zu klein. Die Betreiber wurden kurzerhand ausgeladen.
Bgm. Isker, dem die Information der breiten Öffentlichkeit äußert wichtig ist, ließ jedoch nicht locker. Die Mehrzweckhalle Gralla wurde für weitere fünf Termine im Jänner angeboten. Diesmal mit Erfolg, wie es zunächst schien. Schriftlich wurde vom Vertreter der PIG-Ferkel-GmbH um Reservierung von grundsätzlich drei ins Auge gefassten Terminen gebeten. Dies wurde auch gemacht.
Seitdem war „Funkstille“. Bis vor zwei Tagen. Da flatterte Bgm. Isker eine SMS aufs Handy. Im Namen der Betreiber gab Tierarzt Dr. Irgang bekannt, dass es vorerst keine Informationsveranstaltung geben wird. Die Hallenreservierung möge storniert werden.
„Für mich ist es unverständlich, dass man bei so einem weittragenden Projekt die besorgten Menschen einer ganzen Region übergehen möchte“, so Bgm. Isker in einer ersten Reaktion. Eine mögliche Ausrede, dass organisierte Gruppen eine Info-Veranstaltung stören könnten, lasse er nicht gelten. Schließlich habe die Gründungsversammlung der Bürgerinitiative gegen die Schweinefabrik, bei der mehr als 500 Personen anwesend waren, bewiesen, dass eine sachliche, geordnete Diskussion sehr wohl möglich und vor allem erwünscht ist.
Nun stellt sich die Frage, weshalb es die eingeschlagene Kehrtwendung seitens der Betreiber tatsächlich gibt.
Hat das mit dem Antrag der Gemeinde Gralla auf Abweisung des Projektes zu tun, der mittlerweile durch ein Gutachten der Fachabteilung für Landschaftsschutz bekräftigt wurde?
Befürchtet man einen Argumentationsnotstand wegen unzähliger, unbeantworteter Fragen, die Mensch, Tier und Natur betreffen?
Möchte man über die Sorgen und Ängste von mittlerweile mehr als 3000 Mitgliedern einer Bürgerinitiative „drüberfahren“?
Oder – und das wäre das Vernünftigste: Plant man einen geordneten Rückzug und verfolgt dieses Vorhaben nicht weiter?











